7. März 2007...8:51 Uhr nachmittags

Michèle Roten. Ich nicht.

Zu den Kommentaren

Michèle Roten hält, glaube ich, viel von sich selbst.
Das ist vollkommen okay. Für mich.
Manche halten viel von ihr.
Ich kenne sie zwar nicht, aber eigentlich tue ich das auch.
Manche finden ihre Artikel gut.
Ich gehöre dazu. Ich lese zwar nur ihre Magazin-Artikel, aber das genügt mir. Sie schreibt eben gut.
Manche finden ihre Kolumne gut.
Na ja. Ich lese “Miss Universum” ja schon. Eigentlich ist es jeweils das erste, was ich samstags lese. Ab und zu ist es echt toll, was sie so zusammenschreibt. Sonst schreibt sie durchschnittliche Kolumnen. Aber der Durchschnitt ihrer Kolumnen ist hoch, an manchen Samstagen bin ich begeistert. Am letzten Samstag war ich aber nur befremdet. “Ich habe ein neues Handy. Es ist wunderschön. Ich möchte es die ganze Zeit ablecken.” Dafür aber sechs Sätze später: “Wie Thurgauer Dialekt aus einem schönen Gesicht.” (Es geht um die fiesen Klingeltöne, die aus ihrem wunderschönen neuen Handy kommen.) Das ist doch ein schöner Vergleich.
Manche machen einen Hype um sie.
Ich nicht. Sie schreibt die richtigen Artikel zum richtigen Thema, um aufzufallen. Im Internet ist nur über Umwege bis gar nicht ein Bild von ihr zu finden. Manche finden es vielleicht aufregend, wenn sie über jemanden, der sie interessiert, nichts erfahren können. Ich nicht. Der Hype ist da, er ist echt, aber er ist vor allem gut geplantes Eigenmarketing. Kompliment. Würde ich auch so machen.
Manche halten gar nichts von ihr.
Ich nicht. Christian Rentsch schon, und er ist nicht allein. Hat irgendjemand irgendwann schon mal irgendetwas von dem gehört? Ich jedenfalls nicht. Vor zwei Wochen empörte er sich in der WOZ unter dem Titel “Ich, ich, ich, ich, ich” in einer Kolumne über die Kolumnistenszene. Er erwähnte dabei so ziemlich alle Kolumnen und KolumnistInnen namentlich und mit Andeutungen, dass er Michèle Roten bzw. “das vulgäre Hühnchen” nicht ausliess, war Ehrensache. Zur Strafe schrieb er ihren Namen falsch. Und dann schimpfte er noch über unbegabte SchreiberInnen. Zu denen gehört er übrigens selbst. Sein Text ist wie eine Tulpenausstellung, “blumige Sprache” würde mein Deutschlehrer sagen, dafür aber absolut humorfrei. Wenn man schon auf all den KolumnistInnen herumhackt, dann bitte so, dass man als Leser auch noch was davon hat. Christian Rentsch könnte auch noch beim Eigenmarketing noch etwas von Michèle Roten lernen, aber er will ja nicht „schreiben, um prominent zu werden“. Wenn es nämlich von Michèle Roten so gut wie kein Bild gibt, ist das gutes Hype-Basteln, denn man hat ja so eine Ahnung, dass sie gut aussieht. Wenn es aber bei Chrisian Rentsch ein Bild gleich in der Zeitung hat, ist es genau umgekehrt: er sieht nämlich etwa so, aus wie er schreibt.
Manche möchten sie kennenlernen.
Ich auch. Das Magazin hat mal ein Abendessen mit ihr in der Kronenhalle verlost, aber leider habe ich da weder mitgemacht noch gewonnen.

Wer „Ich, ich, ich, ich, ich“ lesen möchte: hier gehts zur Tulpenaustellung.

2 Kommentare

  • Ich finde Michèle Rotens Kolumnen langweilig und Strunzblöd. Die in Rotens Kolumne kreierte Kunstfigur ist eine Rebellin, die offensichtlich noch nicht kapiert hat, dass es längst Mainstream ist, den Rebellen in irgendeiner Form zu mimen. Kurz: Sie ist eine Mainstream-Rebellin. Das langweilt mich bloss nur noch…

  • Fotos von Michèle gesucht? Fraz “Medienfrauen”-Heft vom letzten Jahr, grosse Bilder plus Interview…

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