Erst mal möchte ich mich entschuldigen. Bin momentan ein schlechter Blogger. Zuerst ging der alte Laptop kaputt, und dann war meine Konfirmation und ich bekam sowieso einen neuen. Meine Konfirmation: S. und U. kommen im Anzug und sehen aus wie Filialleiter einer Regionalbank, dafür hat sich V. mit Shorts und T-Shirt herausgeputzt, der Pfarrer hat Durchfall und kündigt an, vielleicht während dem Gottesdienst plötzlich nach draussen gehen zu müssen, das trifft aber nicht ein, die Organistin spielte so scheisse wie eh und je, aber was solls, dann fängt endlich der Gottesdienst an, hallo liebe Verwandte, glücklicherweise winken mir die meinen gar nicht erst zu, und dann ist es endlich so weit, Christus, der Meister des Lebens wird dich begleiten, dem Pfarrer die Hand schütteln. Während alldem stehen immer wieder Leute auf, zücken ihre Digitalkameras, die sie leider immer noch nicht bedienen können und blitzen in die sonnendurchflutete Kirche hinen, aber es ertönen ja immer mindestens drei verschiedene Geräusche, bis das Ding dann endlich aufblitzt, man ist also vorgewarnt. Danach bleiben die Leute stehen und versuchen, das eben gemachte Foto anzuschauen, verirren sich einige Minuten lang in den verschiedenen Menüs der Kamera und verdecken dabei mindestens fünf Leuten die Sicht. Und dann geht man mit der Familie essen, was bei meiner Familie aussergewöhnlich erträglich ist, jedenfalls wenn ich mit den Schreckensgeschichten meiner Kollegen vergleiche. Am Abend dann Konfparty, ich möchte mich nicht weiter äussern, der Angeklagte hat das Recht, selbstbelastende Aussagen zu verweigern, meine Familie liest meinen Blog schliesslich auch.
Bleibt noch die Frage, was ich heute abend mache. Im Nachbarkaff gibts eine Schlägerei, aber das brauche ich ja echt nicht. Ein Portugiese hat Streit mit einem Schweizer, der Schweizer holt seine Schweizer Homies, der Portugiese holt seine Neonazis (ebenfalls Schweizer). Die Jugendgewalt ermöglicht Integration. Jedenfalls irgendwie. Und dann kommen die Schwinger auch noch, lustig und schön ist das Landleben, und wo Neonazis sind, sind auch die Punks nicht weit, nicht zu vergessen “die Jugos” die natürlich den ausländerfreundlichen Neonazis helfen werden, internationale Zusammenarbeit. Und später kommen noch alle, die sowieso mal wieder eine Schlägerei wollen. Die Jugend hockt am Freitagabend nicht mehr einfach herum und nimmt Drogen, über dieses dunkle Zeitalter sind wir hinaus, jetzt ist die Jugend wieder aktiv und betreibt sogar im Ausgang Freistilkampfsport. Oder so. Sportresultate, wieviele im Spital und so, folgen morgen. Vielleicht. Denn meistens wird mehr darüber geredet als sonst was getan. Ist ja auch gut so.
8. Juni 2007...3:26 Uhr nachmittags
Konfirmanden, Schwinger und Neonazis.
Zu den Kommentaren
Eine Antwort hinterlassen