17. Juni 2007...10:51 Uhr vormittags

Indie nach fünf Sekunden.

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Was hörst du so für Musik? Diese Frage wird mir jeden zweiten Tag gestellt. Und jedes Mal bin ich wie gelähmt. In meinem Gehirn ist eine grosse Leere, ein riesiges Nichts. Nach etwa zwei Sekunden kommen mir erste Interpreten in den Sinn, die aber eh keiner kennt. Whitest Boy Alive. Saul Williams. CSS. Clipse. Aber es ist ja nicht so toll, wenn du wissen möchtest, welche Musik der andere hört, und dann kriegst du etwas zu hören, von dem du noch nie etwas gehört hast. Dann: Musikstile? “Rock” geht nicht, das kann alles und/oder nichts sein. “Indie”? Dazu, was “Indie” denn eigentlich ist, gibt es wahrscheinlich so viele Meinungen wie Menschen auf der Welt. Hip Hop? Das höre ich ab und zu, ja, aber wenn du als erstes Hip Hop sagst, machst du dich bei den meisten nicht gerade sympathisch. Deshalb bin ich nach etwa vier Sekunden gedanklich wieder bei den Interpreten angelangt. Björk? Love it or hate it. Und die meisten hassens ja. Und dann kommen endlich - endlich! - alle diese schönen ‘The’-Worte in mein Hirn und aus meinem Mund. Libertines, Fratellis, Hives, Killers. Franz Ferdinand (ja, ohne ‘the’). Damit ist die Situation nach fünf Sekunden gerettet. Aber diese fünf Sekunden sind jeweils die Hölle. Was hörst du so für Musik? Wenn ich es mir aber recht überlege, werde ich in Zukunft doch einfach ‘Indie’ sagen. Tönt gut und bedeutet nichts. Aber um genau das geht es ja, wenn dir jemand diese Frage stellt. Richtig intressieren tut nur die, mit denen du Musik machst. Und die stellen diese Frage gar nich erst, weil sie die ganze Zeit mit deinem iPod Musik hören.

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