3. August 2007...9:04 Uhr nachmittags

Meine Schweiz, dein Zuhause (verspätet zum 1. August).

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Ich finde die Schweiz ein tolles Land, ehrlich. Noch lieber würde ich nur irgendwo in Skandinavien leben. Dort ist es irgendwie besser als hier. Finde ich. Dafür ist in der Schweiz wärmer. Aber sonst ist die Schweiz ja schon recht. Was nicht heisst, dass es hier nicht Dinge gibt, die ich weniger toll finde. Blocher, Fondue, der Kantönligeist. Aber vor allem: die Flagge, die Nationalhymne, der Nationalfeiertag an sich. Weiss auf Rot, und dann noch quadratisch, und dann noch der Querbalken ein Sechstel dicker, das muss doch hässlich herauskommen. Gestalterischer worst case. Bei der Nationalhymne gefällt mir der Text und die Musik nicht. Wenn mir nur der Text nicht gefallen würde, wenn würde es kümmern, es kennt ihn eh niemand. Darüber hinaus halte ich sowohl eine Nationalhymne als auch ein Nationalfeiertag für überflüssig. Aber sprechen wir lieber vom feschen Schmücken von Haus und Hof zu Ehren des hehren Vaterlandes. Als ich gestern aufstand, stellte ich mit Erstaunen fest, dass über Nacht auf dem sonst ach so englisch-edlen Rasen meines Nachbarn ein (Fahnen-)Wald gewachsen war. Golfplatz raus, Fahnenwald rein, toll ists ein Patri(di)ot zu sein. Ok, meine Nachbaren sind eine Familie, und kleine Kinder sind stilresistent/stellen gerne Fähnchen auf. Dass sie in Meterabstand auf dem Rasen Schweizerfähnchen eingelocht haben, ist das eine. Aber ist es auch noch nötig, vom Balkon in den Garten hinunter und retour Plastikwimpeln zu spannen. Und dann noch das vier-Quadratmeter-Schweizerkreuz aus dem Schlafzimmerfenster? Der Nachbarnjunge war jedenfalls ganz enttäuscht, als er unsere Nichtbeteiligung am Wettrüsten bemerkte, alleine eine Rüstungsspirale schrauben macht eben nicht halb so viel Spass, wie man im Kalten Krieg bereits merkte. Ich für meinen Teil hörte den ganzen Tag sehr laut arabische Musik. Und am Abend grillte ich nicht mit meinen Eltern, noch ging ich danach an eine 1.-August-Party, wie das meine Kollegen alle machten. Denn ich hatte und habe wenig Lust, mich zu betrinken und es dann am nächsten Tag “Party” zu nennen. Ausserdem: wenn man sich betrinkt/eine “Party“ feiert misst man entweder der Droge oder dem Tag eine besondere Bedeutung zu. Ich tue weder noch. Deshalb also mein 1.-August-Streik. Arabische Musik, kein grilliertes Fleisch, keine “Party”. Es war ein Tag wie jeder andere. Und wenn mich nur noch einer in einem SMS fragt, wie mein 1. August war, erschiesse ich ihn. Okay? Der erste August ist halt irgendein erster Tag eines Monates, so wie… der erste Mai. Oder wie war das?

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