3. Januar 2008...8:21 Uhr nachmittags

Transvestite Kondukteure: Homophobie!

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Sie und er, im Abteil neben mir, ich im Abteil neben ihnen, sie und er ungefähr gleich alt wie ich, ich ungefähr gleich alt wie sie und er, im Zug von Bern nach Interlaken. Sie und er gingen offensichtlich mal zusammen in die Schule, anregende alte-Freunde-Atmosphäre also. Plötzlich beginnen sie, heute zu rezensieren. Sie kommen zum Schatzchäschtli, man schickt ein SMS, 70 Rappen, und vielleicht wirds abgedruckt, ich habe dich dannunddann daunddort gesehen, bitte melde dich, et cetera, suum quique. Für einmal aber war ein SMS von einem mannsuchenden Mann drin. Und dann war die Hölle los:

Sie. Wääh! Die sollen das nicht in die Zeitung tun. Ich hasse Schwule!
Er. Wieso?
Sie. Das ist einfach so… grusig. Wääh!
Er. Also eigentlich ist es ja nicht verboten, schwul zu sein.
Sie. Ja aber doch nicht in der Zeitung.

Ich schluckte schon mal leer und musste grinste eher spöttisch ob so viel Ignoranz.
Das Gespräch drehte sich weiter, hin zu Transvestiten, er stellte die Theorie auf, dass Transvestiten eigentlich nur Homosexuelle sind, die sich umoperiert haben, um nicht aufzufallen; ich staune. Dann kommt der Kondukteur.

Sie, tatsächlich. Waren Sie mal eine Frau?
Er, bleibend. Ich gehe jetzt.
Kondukteur, staunend, aber immerhin genug schlagfertig. In meinem letzten Leben, wieso?
Kondukter geht ab.
Sie kichernd, ich schockiert. Komm auf die Welt, bitte Mädchen.
Mit ihr zu streiten brauchte ich aber nicht mehr, der Zug kam an. Und ich mit ihm.

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